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Flut in Bad Münstereifel: Historische Schätze durch Wasser ans Licht!

In Bad Münstereifel wurden historische Relikte durch die Flutkatastrophe 2021 ans Licht gebracht. Norbert Liebing präsentiert seine Entdeckungen am 28. Januar im Casino Euskirchen.

Die verheerende Flutkatastrophe im Juli 2021 hat in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz massive Zerstörungen hinterlassen. Tragische 134 Todesopfer wurden registriert, und zahlreiche Menschen erlitten immense Verluste. Doch die Naturgewalt hatte nicht nur tropische Verwüstungen zur Folge. In Bad Münstereifel wurden durch das Hochwasser versteckte historische Elemente freigelegt, die sonst im Verborgenen geblieben wären. Norbert Liebing, ein ehemaliger Lehrer und Ehrenamtler für die LVR-Bodendenkmalpflege, hat dabei bemerkenswerte Entdeckungen gemacht.

Am 14. Juli 2021 floss die Erft durch das Heisterbacher Tor, was an einem angrenzenden Gebäude massive Schäden verursachte. Im Keller des Hauses Werkbrücke 1 stießen die Forscher auf Felsen, die durch die Fluten freigelegt wurden. Ein erstaunlicher unterirdischer Gang, der einst vom Werk bis zum Haus führte, erweist sich als Rückzugsort der Geschichte. Das Werk, auch Gaffel genannt, war früher ein zentraler Tagungsraum der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft und diente später als Hospital sowie Lazarett.

Archäologische Funde und Vorträge

Norbert Liebing plant, seine Entdeckungen im Rahmen eines Vortrags für den Kreisgeschichtsverein im Casino Euskirchen vorzustellen. Der Titel des Vortrags, der am Dienstag, dem 28. Januar 2025, um 18 Uhr stattfinden wird, lautet: „Durch Hochwasser freigelegte archäologische Befunde: Spurensuche in Bad Münstereifel“. Der Eintritt ist frei, und das Interesse an solchen historischen Rückblicken ist groß.

Weitere Funde wurden an der Oberen Schoßpforte entdeckt, wo ein Stollen unter der Stadtmauer freigelegt wurde. Bei den umfangreichen Rettungs- und Reparaturmaßnahmen nach der Flut kamen auch meterlange Holzpfosten auf dem Salzmarkt ans Licht, die auf die frühere Bebauung hinweisen. Zudem wurden die Fundamente des früheren Satzvey’schen Hauses auf dem Salzmarkt sichtbar.

Schäden an archäologischen Stätten

Die Flutkatastrophe hat jedoch nicht nur in Bad Münstereifel ihre Spuren hinterlassen. Nach Angaben von Deutschlandfunk Kultur sind in der Ahrregion rund 50 archäologische Fundstellen beschädigt oder gänzlich zerstört worden. Oft sind Fundstellen und Denkmäler der Neuzeit betroffen, darunter Reste von alten Mühlen und Brücken. Cliff Jost, kommissarischer Leiter der Landesarchäologie Koblenz, berichtete von den Herausforderungen in der Landesarchäologie. Besorgniserregend sind die potenziellen Schäden an unerkannten Fundstellen, insbesondere in überfluteten mittelalterlichen Ortskernen.

Insbesondere bemerkenswert sind die römischen Gutshöfe im Ahrtal, die aufgrund ihrer erhöhten Lage am Hang vor den Fluten geschützt blieben. Diese vorausschauende Bauweise der Römer konnte die Überreste ihrer Bauten vor dem Hochwasser bewahren. Dennoch bleibt ungewiss, welche weiteren Informationen und historischen Schätze durch die Naturkatastrophe möglicherweise für immer verloren gingen.

Die Flutkatastrophe hat damit nicht nur unmittelbare Verwüstungen hinterlassen, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf das kulturelle Erbe der Region. Dies veranlasst nicht nur die Suche nach Entdeckungen, sondern auch zu wichtigen Diskussionen über den Schutz und die Bewahrung der Geschichte in gefährdeten Gebieten.

Für weiterführende Informationen über die Flutkatastrophe und ihre Folgen für die Archäologie im Ahrtal kann die Seite von Archäologie Rhein-Ahr-Eifel konsultiert werden.

Referenz 1
www.ksta.de
Referenz 2
www.deutschlandfunkkultur.de
Referenz 3
archaeologie-rheinahreifel.de
Quellen gesamt
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