
In Nordrhein-Westfalen wächst der Widerstand gegen die geplante Krankenhausreform. Aktuell sind rund 60 Klagen gegen den neuen Krankenhausplan beim Verwaltungsgericht eingereicht worden, wie die FAZ berichtet. Besonders betroffen sind die Kliniken, die nicht akzeptieren wollen, dass zahlreiche Behandlungen künftig nicht mehr angeboten werden dürfen. Allein 18 dieser Klagen sind beim Verwaltungsgericht Köln eingegangen.
Die Motivation hinter diesen Klagen liegt in den Feststellungsbescheiden der Bezirksregierungen, die die neuen Regelungen festhalten. Diese besagen, welche Klinik künftig welche Leistungen anbieten darf. Am 1. April 2025 tritt die neue Struktur in Kraft, und bis Ende 2025 gelten Übergangsfristen für konkret betroffene Leistungsgruppen.
Ziele der Krankenhausreform
Der neue Krankenhausplan in NRW, auch bekannt als Krankenhausstärkungsplan, hat klare Ziele. Laut MAGS NRW soll die flächendeckende, verlässliche und hochwertige Krankenhausversorgung verbessert werden, sowohl in Ballungsräumen als auch in ländlichen Regionen. Ein zentraler Leitsatz ist die Ansage, dass die Strukturen für die Menschen da sein müssen, nicht umgekehrt.
Die Reform sieht eine stärkere Spezialisierung der Kliniken vor, um eine bestmögliche Patientenversorgung sicherzustellen. Es ist geplant, dass 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Autominuten ein angemessenes Krankenhaus erreichen kann. Der Gesundheitsminister von NRW, Karl-Josef Laumann, betont, dass das Ziel des neuen Plans die Sicherstellung von Versorgungsqualität und Notfallversorgung ist.
Finanzierung und Unterstützung
Für die Umsetzung dieser Strukturveränderungen stellt die Landesregierung rund 2,5 Milliarden Euro bereit. Dies soll helfen, die Transformationskosten zu decken, einschließlich der notwendigen Schließungen. Erste Förderbescheide in Höhe von 409 Millionen Euro wurden bereits an acht Krankenhäuser vergeben, was den Ernst und die Dringlichkeit der Umsetzung untermauert.
Ein kontinuierliches Monitoring der Planung ist vorgesehen, um die Effektivität zu gewährleisten und notwendige Anpassungen in der leistungsgruppenspezifischen Planung vorzunehmen. Dies bedeutet, dass der neue Krankenhausplan nicht starr ist, sondern als lernendes System fungieren soll.
Konkrete Veränderungen in der Versorgung
Im Rahmen des neuen Plans wurden auch umfangreiche Einzelentscheidungen getroffen. So können beispielsweise bei Verfahren wie der Endoprothetik oder der Behandlung von Krebserkrankungen signifikante Veränderungen erwartet werden. Für die Endoprothetik des Knies gab es 214 Anträge, wovon 136 Leistungen zugewiesen wurden, was einen Rückgang von 36 Prozent zeigt. Ähnlich sieht es bei der Hüftendoprothetik und anderen Behandlungen aus.
Insgesamt soll der neue Krankenhausplan den Wettbewerb um Fallzahlen und Personal reduzieren und gleichzeitig Doppel- und Mehrfachvorhaltungen in der Versorgung abbauen. Damit wird eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung angestrebt, die sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für die Mitarbeitenden von Vorteil ist.
Für weiterführende Informationen über die Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen sind umfassende Details online verfügbar unter Land NRW.