
Heidrun von Goessel, die am 9. November 1944 in Hamburg als Heidrun Kauertz geboren wurde, ist eine der markantesten Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen. Am 4. Dezember 1970 feierte sie Premiere als Fernsehansagerin bei der ARD und hat seitdem über 35 Jahre als Moderatorin und Sprecherin im TV und Rundfunk gewirkt. Ihre Karriere begann jedoch nicht vor der Kamera, sondern als Mannequin, wo sie verschiedene Titel wie „Miss Saarland“ (1968), „Lady Germany“ und „Lady Europa“ (beide 1970) erhielt. Diese Erfolge verhalfen ihr 1970 schließlich zu ihrem Ansagerinnendebüt, als sie während der Wahl zur „Lady Universum“ in Italien von Redakteuren der Aktuellen Schaubude entdeckt wurde. Merkur berichtet, dass ihr späterer Sendungsleiter sie am Tag ihrer 80. Geburtstagsfeier kontaktierte und ihr ein Jobangebot als Fernsehansagerin machte.
Heidrun war zunächst skeptisch und fragte sich, ob es sich um einen Scherz handelte. Ungeachtet ihrer Zweifel musste sie am nächsten Tag im TV-Studio vorsprechen. Trotz ihrer anstrengenden Geburtstagsfeier, die bis 4 Uhr morgens dauerte, überzeugte sie die Verantwortlichen der ARD. Wikipedia ergänzt, dass sie am Morgen des Vorsprechens nicht in Bestform war, aber dennoch nach zwei Wochen die Zusage erhielt. Diese ersten Ansagen markierten den Beginn einer langen Karriere im deutschen Fernsehen.
Vielseitige Karriere
Von Goessel war nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Rundfunk aktiv. Sie sprach für NDR-Hörfunk, SDR, SWF und ZDF und moderierte verschiedene regionale Sendungen im NDR-Fernsehen, darunter „Extra3“ und „Spaß am Dienstag“ (1984/1985). Zudem war sie die erste Frau, die im NDR-Fernsehen den „Sportclub“ moderierte. Ihr bekanntes Gesicht war in der deutschen Fernsehlandschaft unvermissbar und neben Hanni Vanhaiden, Dénes Törzs und Ulla Zitelmann eines der vertrautesten. Sie trat auch in Fernsehserien wie „Großstadtrevier“ auf und war aktiv in der Synchronisation und als Hörspielsprecherin.Auf MediaRep lesen wir, wie sie über die Jahre hinweg verschiedene Rollen in der Unterhaltungsbranche einnahm.
Nach ihrem ersten Ehemann R. Horn, von dem sie sich 1966 scheiden ließ, heiratete sie 1968 Kurt von Goessel. Nach der Scheidung 1971 trug sie fortan seinen Nachnamen. Ihre dritte Ehe führte sie mit einem Hamburger Kaufmann, Gerd Jacobs. Während ihrer Karriere veröffentlichte sie auch mehrere Schlager-CDs und war von Januar bis November 2014 Kreuzfahrtdirektorin auf der MS Deutschland. Trotz ihrer Erfolge sprach Heidrun von Goessel in einem Interview kürzlich über ihr Liebesleben und gestand, dass sie einige Affären hatte.
Vor kurzem wurde ihre Autobiografie „Ungeschminkte Einsichten“, verfasst von Co-Autor Thorsten Groneberg, veröffentlicht. Diese bietet einen umfassenden Einblick in ihr Leben und ihre Karriere, während sie weiterhin die Medienlandschaft prägt und inspiriert.