RegierungSchweiz

Zwei Jahre nach dem Putschversuch: Lula feiert Kunst-Rückgabe in Brasilia

Am 9. Januar 2025 gedenkt Brasilien des zweiten Jahrestags des Angriffs auf Regierungsgebäude in Brasília. Präsident Lula spricht über die Auswirkungen und die Nachwirkungen der Riots.

Am 9. Januar 2025 erinnerte Brasilien an den zweiten Jahrestag des Angriffs auf zentrale Regierungsgebäude in Brasília, der am 8. Januar 2023 von Tausenden Anhängern des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro durchgeführt wurde. Dieser Vorfall ereignete sich nur eine Woche nach der Amtsübernahme von Luiz Inácio Lula da Silva für eine nicht aufeinanderfolgende dritte Amtszeit. Der Angriff, den Lula als „Putsch“ gegen seine Präsidentschaft bezeichnete, führte zu erheblichen Schäden an historischen und kulturellen Kunstwerken.

Lula, der in der vergangenen Woche nach einer Notoperation am Kopf erstmals wieder öffentlich auftrat, überwachte die Rückgabe von 21 restaurierten Kunstwerken. Diese Kunstwerke waren während der Unruhen beschädigt worden, als Anhänger Bolsonaros versuchten, Militärunterstützung für ihre Behauptungen über eine gestohlene Wahl zu mobilisieren. Unter den zurückgegebenen Kunstwerken befand sich das modernistische Gemälde „As Mulatas“ von Emiliano Di Cavalcanti, das schwer beschädigt wurde. Außerdem wurde eine antike Uhr aus dem 17. Jahrhundert, gefertigt von Balthazar Martinot, dem Uhrmacher von König Ludwig XIV. von Frankreich, nach Reparaturen in der Schweiz zurückgebracht, wie Fox41Yakima berichtet.

Der Kontext der Unruhen

Der Übergriff auf den Präsidentenpalast, den Kongress und das Oberste Gericht war ein Akt gelenkt durch die Unzufriedenheit und den Protest von Bolsonaristen. Lula hatte die Wahl im Oktober 2022 mit nur 2,1 Millionen Stimmen Vorsprung auf Bolsonaro gewonnen. Letzterer hatte zuvor unbegründete Behauptungen über das elektronische Wahlsystem aufgestellt und sich geweigert, seine Niederlage anzuerkennen. Nach der Wahl kam es in verschiedenen Städten zu Protesten, bei denen Straßen blockiert und Polizeihauptquartiere angegriffen wurden.

Die Unruhen in Brasília zogen auch rechtliche Konsequenzen nach sich. Insgesamt wurden 371 Personen wegen ihrer Beteiligung an den Riots verurteilt. Bolsonaro, der an besagtem Tag in den USA war, wird aufgrund seiner Rolle als Anstifter der Riots untersucht. Zudem prüfen Staatsanwälte mögliche Anklagen gegen ihn wegen eines mutmaßlichen Putschplans, der darauf abzielte, Lulas Amtsantritt zu verhindern. Informationen deuten darauf hin, dass Bolsonaro von einem Plan zur Ermordung Lulas Kenntnis hatte, was die erhobenen Anschuldigungen noch schwerwiegender macht.

Politische und soziale Entwicklungen in Brasilien

Die politische Landschaft Brasiliens hat sich im letzten Jahrzehnt stark verändert. Lula übernahm 2002 ein Land mit schlechten sozialen Indikatoren und führte vielfältige Reformen durch, die zu einem signifikanten wirtschaftlichen Wachstum und zur Armutsreduzierung führten. Brasilien entwickelt sich zunehmend als wichtiger Akteur auf der internationalen Bühne, hat aber auch mit Herausforderungen zu kämpfen, die sich in massiven Protesten äußern. Diese Proteste, ausgedrückt durch Unzufriedenheit mit den Lebenshaltungskosten und der Qualität der öffentlichen Dienste, spiegeln eine Bevölkerung wider, die trotz sozialer Fortschritte weiterhin unter signifikanten sozialen Ungleichheiten leidet, wie die Bundeszentrale für politische Bildung anmerkt.

In den letzten Jahren hat Brasilien auch seine außenpolitischen Beziehungen diversifiziert und plant, seinen Einfluss in internationalen Institutionen zu stärken. Ein Beispiel dafür ist der BRICS-Gipfel, der als Plattform zur Förderung des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit dient.

Die Geschehnisse vom 8. Januar 2023 hinterließen jedoch tiefe Spuren im politischen Gefüge des Landes. Obwohl Lula und seine Regierung versuchen, die politischen Spannungen zu mildern, bleiben die Herausforderungen enorm. Eine gelungene politische Stabilität wird entscheidend sein, um die Errungenschaften der letzten Jahre zu bewahren und einen konstruktiven Dialog zwischen den verschiedenen politischen Lagern zu fördern.

Referenz 1
www.aljazeera.com
Referenz 2
www.fox41yakima.com
Referenz 3
www.bpb.de
Quellen gesamt
Web: 4Social: 74Foren: 51