
NABU Thüringen ruft zur Teilnahme an der Vogelzählaktion „Stunde der Wintervögel“ auf, die vom 10. bis 12. Januar 2025 stattfinden wird. Diese Aktion, die vom NABU und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) organisiert wird, hat das Ziel, Naturfreund*innen zur Zählung von Vögeln an Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu motivieren. In diesen drei Tagen sollen die Teilnehmer eine Stunde lang Vögel beobachten und die Anzahl der gleichzeitig sichtbaren Vögel jeder Art notieren, um Doppelzählungen zu vermeiden.
Besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Feldsperling. Diese Vogelart ist kleiner als der Haussperling und weist eine braune Kopfplatte sowie dunkle Wangenflecken auf. Der NABU möchte die Bestandsentwicklung des Feldsperlings in Thüringen näher untersuchen, da die Art in den letzten Jahren einen positiven Trend von +74% zeigt. Diese Information steht im Kontrast zu einigen anderen Arten, deren Bestände abnehmen, wie bei einer Analyse dargestellt, die über 18 Jahre hinweg durchgeführt wurde und neun Vogelarten mit negativen Trends identifiziert hat.
Teilnahme und Meldemöglichkeiten
Interessierte können ihre Beobachtungen nicht nur online, sondern auch über die App „Vogelwelt“ oder per Post an den NABU übermitteln. Ein Meldeschluss für die eingereichten Zählungen ist der 20. Januar 2025. Ab diesem Jahr wird es übrigens keine telefonische Melde-Hotline mehr geben, was bedeutet, dass die Online-Methoden an Bedeutung gewinnen.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist nicht alleine. NABU plant auch zukünftige Zählaktionen, darunter die „Stunde der Gartenvögel“ im Mai 2025. Materialien wie Malvorlagen und Rätsel stehen zur Verfügung und unterstützen das Engagement für die Vogelzählung. Darüber hinaus wird ein Podcast mit dem Titel „Reingezwitschert“ Tipps und Informationen für Vogelfans bieten.
Langfristige Trends und Herausforderungen
Die langfristigen Beobachtungen der Vogelwelt zeigen bei neun von fünfzehn der am häufigsten beobachteten Vogelarten einen negativen Trend. Dies wird teilweise auf den Rückgang der Fluginsekten um 75% seit den 1990er Jahren und den Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten zurückgeführt, etwa durch Gebäudesanierungen.
Symbolisch für die Sorgen um die Vogelpopulationen steht die Amsel, die mit einem Rückgang von -2,2% pro Jahr betroffen ist. Jedoch zeigen einige Arten, wie der Haussperling und die Kohlmeise, stabile Trends und gehören weiterhin zu den häufigsten Arten in den Siedlungsräumen.
Kurz gesagt, die „Stunde der Wintervögel“ ist eine wichtige Initiative, um auf die aktuelle Lage der Vogelbestände aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit in zentrale Beobachtungen einzubeziehen. Der NABU hofft, dass viele Menschen an der Zählung teilnehmen und dadurch ein Stück Naturerfahrung teilen können.
Für weitere Informationen und Details zur Vogelzählaktion besuchen Sie bitte die Merkur Webseite, die NABU Webseite zur Stunde der Wintervögel und die NABU Webseite zu den Ergebnissen der Stunde der Gartenvögel.