
Ab dem 1. Januar 2025 wird es in Deutschland erhebliche Änderungen für Besitzer von Kamin- und Holzöfen geben. Wie Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, müssen Kaminöfen, die vor dem 21. März 2010 in Betrieb genommen wurden und geltende Emissionsgrenzwerte überschreiten, bis Ende 2024 stillgelegt oder nachgerüstet werden. Diese neuen Vorschriften basieren auf der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und zielen darauf ab, die Luftqualität zu verbessern sowie die Umweltbelastung durch Feinstaub und Kohlenmonoxid zu reduzieren.
Die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte sehen maximale Werte von 0,15 Gramm Feinstaub und 4 Gramm Kohlenstoffmonoxid pro Kubikmeter Abgas vor. Kaminöfen, die nach dem 22. März 2010 zugelassen wurden, erfüllen bereits strengere Standards, welche ein deutlich besseres Abgasverhalten aufweisen müssen, wie die Agrarwelt zusammenfasst.
Alter Bestand und notwendige Maßnahmen
Der Fokus liegt insbesondere auf älteren Kaminöfen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 installiert wurden. Diese müssen entweder technisch nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Es ist zu beachten, dass Schornsteinfeger eine Schlüsselrolle spielen – sie sind verpflichtet, Eigentümer über die neuen Vorschriften zu informieren und eine Konformitätsprüfung durchzuführen.
Peter Niethen, Geschäftsführer eines Ofenstudios, hat ein starkes Interesse an neuen Heizlösungen festgestellt, insbesondere seit dem Ukraine-Krieg, der viele Verbraucher dazu bewegt hat, Alternativen zur Zentralheizung zu suchen. Die Preise für neue Öfen beginnen bei etwa 2500 Euro und können bis zu 6000 Euro betragen, wobei die Lieferzeiten derzeit bei circa drei Monaten liegen.
Compliance und Folgen bei Nichteinhaltung
Für Besitzer betroffener Kaminöfen endet am 31. Dezember 2024 die Frist zur Anpassung ihrer Anlagen an die neuen gesetzlichen Anforderungen. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Die EnBW hebt hervor, dass eine Überprüfung durch den zuständigen Schornsteinfeger notwendig ist, um den emissionskonformen Betrieb sicherzustellen.
Die entstehenden Kosten für eine Nachrüstung können beträchtlich sein und bis zu 3500 Euro betragen. Zudem ist die unsachgemäße Entsorgung von Kaminöfen, die nicht den gesetzlichen Auflagen entsprechen, ein ernstzunehmendes Problem, insbesondere wenn es sich um asbesthaltige Öfen handelt. Fachunternehmen sollten für die Entsorgung konsultiert werden, um rechtlichen Vorgaben gerecht zu werden.
Ausblick auf die Zukunft
Mehr als 1,9 Millionen Holzöfen in Deutschland könnten von den neuen Regeln betroffen sein. Die Nachrüstung älterer Kaminöfen könnte eine Lösung darstellen, jedoch müssen die Maßnahmen von qualifizierten Fachkräften geprüft werden. Der Austausch alter Öfen birgt zudem das Potenzial für höhere Effizienz und bessere Emissionswerte, was nicht nur den Eigentümern, sondern auch der Umwelt zugutekommt.
Fazit: Die neuen Regelungen ab 2025 erfordern von den Eigentümern von Kaminöfen eine sorgfältige Prüfung und mögliche Anpassungsmaßnahmen. Schornsteinfeger spielen dabei eine entscheidende Rolle in der Umsetzung und Einhaltung dieser neuen Umweltstandards.