
Der 14-jährige Asterios Rose ist heute Abend zum ersten Mal im ZDF zu sehen. In dem Fernsehfilm „Das Flüstern der Pferde“ spielt er die Rolle des jungen Peppe, dem Sohn des männlichen Protagonisten. Asterios, der in Köln das Irmgardis-Gymnasium besucht, hat schon lange eine Leidenschaft für die Schauspielerei, doch einen Traumberuf hat er nie echt festgelegt. Wie sein Vater, Thorsten Rose, erzählt, wollte Asterios ursprünglich Model werden und wurde im Alter von zehn Jahren von einer Agentur für Werbe-Clips entdeckt. Die Dreharbeiten für den Film fanden im Jahr 2023 über einen Zeitraum von einem Monat in Schweden statt. Asterios beschreibt die Erfahrung als „cool“, merkt jedoch an, dass es mehr Arbeit als Urlaub war.
Besonders interessant ist Asterios‘ familiärer Hintergrund. Seine Mutter, Lemonia, ist von Geburt an taub, und sein Vater ist CODA, also Kind tauber Eltern. Das Ehepaar, das seit über 15 Jahren zusammen ist, hat zwei Kinder: Asterios und seine zehnjährige Schwester Melia. Diese einzigartige familiäre Dynamik brachte Asterios dazu, die Gebärdensprache fließend zu beherrschen. Zu Hause wird häufig in Gebärden kommuniziert, insbesondere wenn seine Mutter anwesend ist. Thorsten Rose, selbst Gebärdendolmetscher, unterstützt seinen Sohn in seinem Wunsch, Schauspieler zu werden, und möchte zudem die Darstellung von Taubheit in den Medien verbessern. Diese Thematik ist besonders relevant, da in Deutschland Ende 2019 etwa 10,4 Millionen Menschen mit Behinderungen lebten, und die Sichtbarkeit und Integration dieser Menschen in den Medien oft ein schwieriges Thema darstellt.
Fernsehen und Inklusion
„Das Flüstern der Pferde“ wird am heutigen Abend um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt und steht auch in der ZDF-Mediathek zur Verfügung. Interessanterweise ist der Film Teil der Reihe „Inga Lindström“, einem Liebesfilmprojekt, an dem Asterios mitwirkte, obwohl er nicht besonders für Pferde oder Liebesfilme interessiert ist. Er genießt nach eigener Aussage einfach das Schauspielern. Trotz der neuen Bekanntheit fühlt sich Asterios nicht als „Star der Klasse“ und hat seine Mitschüler über den Film informiert.
Die Herausforderungen, mit denen Asterios’ Familie konfrontiert ist, spiegeln die allgemeineren Schwierigkeiten wider, die taube Menschen in der Gesellschaft erleben. Thorsten Rose hat vor allem in seiner Kindheit negative Erfahrungen gemacht, aber er erkennt auch Fortschritte in der Wahrnehmung und Integration tauber Menschen in der Gesellschaft. Die Medien spielen hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie Berichterstattung über das Leben von Menschen mit Behinderungen bieten und dabei helfen, Barrieren abzubauen. In einer Zeit, in der technische Hilfsmittel den Alltag erleichtern können, ist es wichtig, auch die inklusive Darstellung dieser Themen in den Medien zu betrachten. Die Deutsche Gebärdensprache ist seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt, jedoch fordert die junge Generation wie Katharina Brauner, die Gehörlosenkunde studiert, eine stärkere Gleichstellung gegenüber der gesprochenen Sprache.
Die Familie Rose ist aktiv in der Community für Menschen mit Hörbehinderungen und hat durch den Einsatz von Dolmetschern und der Nutzung gebärdensprachkompetenter Lehrer sowie mehrsprachiger Kommunikation bereits viel erreicht. Thorsten übersetzt beispielsweise auch Musik in Gebärdensprache und sieht die wachsende Faszination und das Interesse bei den Freunden seiner Kinder als positives Zeichen. Der mediale Diskurs über Inklusion und die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen ist wichtiger denn je. Denn nur so kann ein Bewusstsein geschaffen werden, dass eine Vielzahl von Perspektiven in der Gesellschaft Gehör finden sollte.